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Janus Bücher - Berichte zur Weltgeschichte Bd. 7. Originalausgabe. München, 1958. 93 Seiten gut erhalten Das politische Gebilde, das unter der amtlichen Bezeichnung "Deutsches Reich" von 1871 bis 1945 bestand, hat in dieser relativ kurzen Zeit drei durchaus verschiedene Regierungsformen erlebt: das Kaiserreich, die Republik, die Diktatur. Bei alledem vergisst man leicht, dass wenig mehr als drei Menschenalter vergangen sind, seit vor den Toren von Paris, in der ehemaligen Residenz Ludwigs des Vierzehnten, die Erneuerung des deutschen Kaiserreiches proklamiert wurde. Im Hintergrund dieses Festaktes am 18. Januar 1971, den man gewöhnlich nur von Historiengemälden kennt, spielte sich die innerdeutsche Einigungspolitik ab, das staatsschöpferische Werk Bismarcks, welcher nüchtern mit den politischen Gegebenheiten rechnete. Wie hier die Kräfte zusammenwirkten und auseinanderstrebten, und wie schließlich doch das "Deutsche Reich" verwirklicht wurde, das zeigt im einzelnen die vorliegende Arbeit. Die Bedenken Wilhelms I. werden wieder gegenwärtig, der nur mit Widerstreben sein preußisches Königtum im Kaisertum aufgehen sah. Den romantischen Ideen des Kronprinzen Friedrich Wilhelm widmet der Verfasser ebenso seine Aufmerksamkeit wie den besonderen Schwierigkeiten in Bayern und der Reaktion des Auslands. Diese Geschichte der Reichsgründung im Jahr 1871 führt uns auf die Ursprünge unserer jüngsten Vergangenheit zurück. Das scheint wichtig gerade in einer Zeit, in der die deutsche Einheit erneut zum Problem werden musste und sich das Nationale nicht mehr bei allen von selbst versteht.
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