Klaus Richter
Dschungel mit Kunstrasen3>
Die fünfziger Jahre, ein
Traum. Ein Wunschtraum. Ein Alptraum. Die Kindheit ein Dschungel mit Kunstrasen.
Fischer, 1994. 171 Seiten
gut erhalten. Mängelstempel am oberen Schnitt
Tante Lore, weit über
neunzig, holt aus ihrer Keksdose Familienbilder und sagt immer wieder: "Nee,
nee, das Leben!" Und Peter erinnert sich an seine Kindheit Anfang der fünfziger
Jahre in Hamburg, an seine schrille Mutter Elke, an Hermann Schrammel, seinen
Vater, Hosenverkäufer und Ex-Major, an Onkel Harry, der möglicherweise sein
wirklicher Vater ist, an Tante Lilli und ihre Kneipe, an den dicken Jürgen,
seinen Kinderfreund mit dem versoffenen Sozi-Vater und der gemütskranken Mutter,
die dauernd vom Balkon springen will. Er erinnert sich an Madonna, die Nutte mit
dem Holzbein, an Walter und Heinz, die als seine Väter ebenfalls in Frage kamen,
an Hilde, der man für einen Groschen unter den Rock gucken durfte, aber nur ganz
kurz, an Hans Albers, die 'Eingeborenen aus Trizonesien' und andere Schlager und
Peters Ideal, den Schnulzensänger Bully Buhlan.
Klaus Richter erzählt von
Erlebnissen, Hoffnungen, merkwürdigen Leuten und kleinen und großen Lebenslügen.
In dieser Welt waren Elternhaus und Schule viel unwichtiger als die beiden
Kneipen, in denen Peter seine Schularbeiten gemacht und zugesehen hat, wie
gelacht, gesoffen, geweint und gehasst wurde; wo es laut und schamlos zuging,
Gefühle nicht versteckt wurden, wo alle wirklich waren.
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