Philippe Soupault Ein großer Mann Roman. Fischer, 1993. 135 Seiten gut erhalten, blasser Remittendenstempel am unteren Schnitt Mit genauen Beobachtungen und prägnanten Details schildert Philippe Soupault die Karriere des Automobilkönigs Lucien Gavard, die gesellschaftlichen Verhältnisse der zwanziger Jahre und das flotte Leben der Pariser Bourgeoisie zwischen Pferderennen und Gartenfesten. Im Mittelpunkt steht die atemberaubend schöne Claude, Luciens Frau, die ihre Zeit mit Repräsentationspflichten verbringt, während Lucien an neuen Automodellen baut und beginnt, die amerikanische Konkurrenz zu fürchten. Die streikenden Arbeiter in den Gavard'schen Fabriken und der schwarzamerikanische Tenor Putnam, der seine Kindheit in de Slums von New Orleans verbracht hat, durchschaut diese Gesellschaftsspiele, in denen die Konvention immer Sieger und er selbst immer Verlierer bleiben wird. Angewidert verlässt er Europa. Philippe Soupault konnte seinem Roman einen authentischen Charakter geben: Lucien Gavard ist niemand anderer als sein Großonkel Louis Renault. "Nach den ersten fünf Seiten ist der kaum zwanzigjährige Lucien Gavard schon Millionär. Ein Mann mit einer Vision. Er wird der größte Automobilfabrikant Frankreichs und nebenbei einer der reichsten Männer des Landes, und seine Frau ist die Schönste. Aber es gibt Fußangeln, Komplikationen. Soupault liefert hier ein Sufflé mit Tücken." Die Tageszeitung "Seine Romane hat Soupault stets als 'Zeugnisse' bezeichnet. Zeugnisse einer vergangenen Zeit und Zeugnisse von Menschen, die darin gelebt haben. Menschen wie sein Großonkel Louis Renault, den Soupault in seinem Roman Ein großer Mann portraitiert hat (woraufhin der erboste Onkel die gesamte Auflage aufkaufte und vernichten ließ)." Iris Radisch, Die Zeit
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