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Roman. Schneekluth, 1. Aufl. 1964. 415 Seiten Hardcover mit leicht rissigem Schutzumschlag. Roter Kopfschnitt Robert Wilder hat uns hier mit einer Charakterstudie beschenkt, die seinem sicheren und unbestechlichen Blick für menschliche Größe und menschliche Schwäche alle Ehre macht. Wir werden in diesem Buch, dessen turbulente Handlung die Geschichte von drei Generationen und einen Zeitraum von sechs Jahrzehnten umschließt, mit einer der erstaunlichsten und faszinierendsten Figuren konfrontiert, die der Autor der späteren Siedlungsgeschichte seines Landes abgelauscht hat. Wallis Burgoyne, der desertierte Soldat, der sich selbst zum General macht und auszieht, eine Gemeinde, einen Landkreis, ja wenn möglich einen ganzen Staat mit Borgoynes zu bevölkern, spürt den Schöpfungsauftrag in sich, nimmt ihn an und macht sich ans Werk. Ein Deserteur, der sich selbst zum General ernennt? Ein Hochstapler also, ein Betrüger? Ganz gewiß nicht. Als der junge Soldat sich in einer stürmischen Aprilnacht des Jahres 1865 aus dem Lager seiner Truppe entfernt, ist der Krieg zu Ende. Er entzieht sich nicht dem Kampf, sondern den Siegesparaden, für die er nicht geschaffen ist. Und als er einige Zeit später in den besiegten Süden zieht, mit seiner jungen Frau und einem inzwischen geborenen Sohn, um sich und ganze Generationen kommender Burgoynes eine Heimstatt zu schaffen, da dient ihm der Titel eines Generals nur dazu, seine hochfliegenden und weitreichenden Plänen eine passende Folie zu geben. Er wird nie eine Uniform anziehen und sich nie anmaßen, eine Truppe zu befehligen. Er wird keinen Menschen betrügen und keinen Schritt von dem Weg abweichen, den er sich selbst vorgezeichnet hat. Daß dieser Weg nach steilem Aufstieg schließlich zurück ins Nichts führt, ist nicht Folge schuldhaften Versagens. Am Schicksal des Mannes, der ein Patriarch werden wollte und sich am Ende eines langen Lebens allein findet, offenbart sich die Anfälligkeit der menschlichen Natur. Wie in allen Wilder-Romanen wird die Szene neben der dominierenden Hauptfigur von einer Vielzahl interessanter Charaktere bevölkert. Da ist neben den Söhnen und dem Enkel, deren Kraft nicht ausreicht, dem Beispiel des Familiengründers zu folgen, und die der Abgrund des Lebens verschlingt, vor allem Bohannon Kirby, Freund und Gefährte des "Generals". Da ist nicht zuletzt der Reigen der Frauen und Mädchen, die im Leben des Helden, seiner Söhne und seines Enkels eine schicksalhafte Rolle spielen und die dem erfrischend aufrichtigen Buch mit seiner fesselnden Handlung Duft und Farbe verleihen.
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