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Roman Rowohlt, 1969. 878 Seiten Hardcover mit (nachgedunkeltem) Schutzumschlag, wohl aus Raucherhaushalt Zwanzig Jahre nach dem Roman-Welterfolg Amber, der Millionenauflagen erreichte, in sechzehn Sprachen übersetzt und verfilmt wurde, hat Kathleen Winsor mit elementarer Erzählkraft hier nun ein Buch von überwältigender Lebensfülle geschaffen, dessen stürmischer Atem zwei der ereignisreichsten und aufwühlendsten Jahrzehnte amerikanischer Vergangenheit wieder zum Leben erweckt. Es erzählt von rauhen, harten Männern, die in den Jahren nach dem Bürgerkrieg unter Einsatz ihres Lebens Geld, Silber und Kupfer den wilden Einöden des Westens entrissen. Es erzählt von rücksichtslosen Spekulanten und Finanzgiganten, die sich dieser Beute bemächtigten, um mit ihr das Imperium der Wallstreet aufzurichten und so zu märchenhaften Reichtümern und unerhörtem Einfluss gelangten. Die Geschichte beginnt im Herbst des Jahres 1891 in der Goldgräberstadt Virginia City, die wochentags, wenn die Männer mit umgeschnalltem Colt auf ihren Claims schürfen und die Frauen sich verstecken, wie ausgestorben daliegt und sonntags vom hektischen Treiben in ihren Kneipen, Tingeltangels, Läden, Spielsälen und Bordellen vibriert. Sie endet am 21. Dezember 1881, jenem schicksalhaften Tag, an dem der erste Eisenbahnzug in Bute eintrifft und die turbulente Erschließung Montanas vollendet. In dieser Zeitspanne bewegt sich die Erzählung zwischen den primitiven Camps auf den Goldfeldern des eben im Rausch eroberten Nordwestens und den feudalen Residenzen der New Yorker High Society jener Jahre hin und her. Die Herrscher in beiden Welten sind besessen von der gleichen verzehrenden Gier nach Reichtümern, der gleichen Gewissenlosigkeit, der gleichen hemmungslosen Genusssucht, die die "Aristokraten" jener Epoche charakterisierten. Oft gehörten sie der gleichen Familie an oder vermehrten durch berechnete Heiraten untereinander Macht und Vermögen. So kämpfen auch die Brüder Matt und Pete Devlin als Goldsucher im Westen und ihr Schwager Joshua Ching, der Börsenspekulant in New York, den gleichen erbarmungslosen Kampf. Doch Männer des Westens sehen sich vor die ungleich härteren Aufgaben gestellt. Im unwirtlichen Bergland von Montana ziehen sie von Camp zu Camp, sehen im Goldrausch Phantom-Städte emporschießen und über Nacht sterben, wenn die Fundstelle ausgebeutet sind. Ob als Schürfer oder als Wucherer im Ausverkauf von Claims - sie leben ständig bedroht von kaltblütigem Raubgesindel und skalpierenden Indianern. In den blutigen Gefilden des Goldfiebers und in den Zentren der Geldmacht begegnet uns ein weitverzweigter Clan von Männern und Frauen, die nicht nur Geschäfte verbinden: Matt Devlin liebt die spätere Frau seines Bruders. Seine verheiratete Tochter Lisette gibt sich einem gierigen robusten Viehhändler hin. Joshua Chings Gelibete ist jünger als seine Tochter Suky, die wiederum zwei Männern ihre Gunst zuteil werden lässt: einer von ihnen ist ihr Vetter Morgan, der sich bei seinen Hauptstadt-Besuchen aus dem fernen Westen mit Sukys Mann die Gespielinnen teilt. In der damals turbulentesten und schmutzigsten Stadt der Welt, New York, thronen die Dollarkönige in ihren für Millionen errichteten Palästen, während in den Parks der Stadt Tausende von Einwanderern im tiefsten Elend dahinvegetieren.
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