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Titel: Über den Fluss und in die Wälder : Roman / Ernest Hemingway Einzig autoris. Übertr. ins Dt. von Annemarie Horschitz-Horst
Verfasser: Hemingway, Ernest
Ausgabe: Ungekürzte Ausg.
Verleger: [Frankfurt a.M.] : Büchergilde Gutenberg
Erscheinungsjahr: 1969
Umfang/Format: 315 S. ; 8
Originaltitel: Across the river and into the trees <dt.>
Anmerkungen: Lizenz d. Rowohlt Verl., Reinbek b. Hamburg
Sachgruppe: Amerikanische Literatur
Zustand: Minimaler Abrieb am Schutzumschlag, zwei Buchseiten mit leichten Knicks, sonst gut erhalten
"Über den Fluß und in die Wälder" ist ein typischer, ein echter Hemingway. Unter die rauhen, oft frivolen Töne der Entwurzelten mischt sich eine sanfte, zarte Stimme der liebenden Herzen - ein aus lustigen Kaskaden gefügtes Scherzo, das zu diesen Bässen landsknechthafter Männlichkeit in selten schöner Harmonie kontrapunktiert ist. Gerade dieses bewusste System einer Polarität, diese meisterhafte Gegenüberstellung von Krieg und Liebe, von Häßlichem und Schönem, von einem Teufel und einem Gott, machen den besonderen Wert dieses Buches aus, das trotz seiner knappen Erzählform, trotz der Anhäufung von Ekel und Pessimismus, doch so etwas wie eine Vergeistigung der Materie enthält.
In den Kapiteln von dem Krieger, der noch einmal von Triest nach Venedig fuhr, um die alten Kriegsplätze und die geliebte Freundin zu sehen, spiegelt sich ein in lichten Farben gemaltes winterliches Landschaftsbild Venedigs, »der besten Stadt der Welt«. Die Entenjagd in den Lagunen, die völlige Versunkenheit in der Liebe Renates, ein Meer von Meniniszenzen, das sich auf einmal auftut - das alles formt sich in der »nüchternen« Phantasie des Hemingwayschen Helden zu einem irdischen Paradies. In das klare Bild seiner männlich-robusten Weltanschauung mischt sich jedoch die Verwirrung und Zerfahrenheit einer existentiellen Angst des Todkranken. So beschwört der Autor auch hier den furchtbaren Geist der Verdammung. Das Leben des Obersten Richard Cantwell ist nur noch ein Leben auf den Tod hin, den er erwartet.
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